Warum Therapie für Kinder und Jugendliche

Als Kinder – und Jugendlichenpsychotherapeutin behandle ich Kinder und Jugendliche bis zum abgeschlossenen 21. Lebensjahr. Mit Säuglingen und Kleinkindern bis zu 3 Jahren findet die Therapiesitzung in Anwesenheit der Bezugsperson statt.

Ziel der Behandlung ist es, in einem behutsamen Prozess neue Erfahrungen zu ermöglichen und innere Konflikte bewusst werden zu lassen, damit sie bearbeitet werden können. Blockierte Energien können so für eine gesündere Entwicklung freigesetzt werden. Deshalb steht im Mittelpunkt jeder Therapie der Aufbau einer vertrauensvollen, Halt gebenden Beziehung, die dem Kind ermöglicht, seine Gefühle, Ängste, Sorgen und Wünsche zu äußern und sich besser zu verstehen. Kinder drücken ihre Befindlichkeiten vielmehr im Spielen, Zeichnen oder in der Musik aus, während Jugendliche eher die Gesprächsform nutzen.

Um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, ist es sinnvoll, das soziale Bezugssystem des Patienten, wie z.B. die Familie, Schule oder Hort bei der Behandlung zu berücksichtigen. Hieraus ergeben sich oftmals unterschiedliche Interessen und Vorstellungen über die Therapieziele, die von dem Therapeuten zum Wohle des Kindes zusammengeführt werden müssen.

Es liegt in der Natur der Sache, das Heranwachsen, Weiterentwicklung und Veränderung auch neue Herausforderungen mit sich bringen. Jeder Entwicklungsschritt erfordert neue Anpassung. Schwellensituationen können zu Krisensituationen führen, wie bspw. die Aufnahme in Kindergarten, Schule oder Beginn der Pubertät, Geburt eines Geschwisterkindes, Scheidung oder Arbeitsplatzverlust der Eltern. Viele unterschiedliche Einflüsse, denen heute unsere Kinder ausgesetzt sind, können die Balance der Familie empfindlich stören. Nicht immer reichen dann die vorhandenen Strategien und Ressourcen aus, um ein Gleichgewicht wieder zu finden. Eine gute, neue Ressource kann deshalb auch die rechtzeitige Unterstützung durch eine Therapie werden, um dauerhafte Belastungen nicht mehr allein bewältigen zu müssen, Symptome zu reduzieren und verfestigte Schwierigkeiten wieder zu lösen.

Aber, einen guten Anteil am Gelingen der Therapie haben die Eltern bzw. Bezugspersonen. Alle Menschen befinden sich in Beziehung und Austausch miteinander. Deshalb gilt auch für die Patientenkinder; eine gute Beziehungsarbeit ist wesentlich für die Gesundung und Verbesserung ihrer seelischen Situation. Sie „hängen“ wie die Senker einer Pflanze beispielsweise an der Mutterpflanze. Deshalb ist es wichtig, dass es dieser gut geht und deshalb werden die Eltern regelmäßig in den Therapieprozess einbezogen und begleitet und beraten.